Spielregeln

Veröffentlichungsdatum
Geschrieben von Jürgen Vetter Zugriffe: 11900

Spielfeld
Das Spielfeld ist max. 30 m lang und max. 20 m breit. Es ist mindstens 20 m lang und mindestens 10 m breit. Bei Frauenspielen ist die Maximallänge 25 m. Die Wassertiefe muss mindestens 1,80 m (nach Möglichkeit 2,00 m) betragen. Gekennzeichnet werden die Tor- und Mittellinien mit einer weißen, die 2-m-Linie mit einer roten, die 5-m-Linie mit einer gelben Markierung. Die Tore messen 0,9 m in der Höhe und 3 m in der Breite.

Spielzeit
Ein Spiel besteht aus 4 Spielabschnitten á 8 Minuten reiner Spielzeit. Zwischen dem ersten und zweiten Spielabschnitt, sowie dem dritten und vierten Spielabschnitt ist eine Pause von je 2 Minuten. Zur Halbzeit ist eine Pause von 5 Minuten. Die beiden Mannschaften wechseln in der Halbzeit die Seiten. Bei einer Spielverlängerung gibt es nach einer Pause von 5 Minuten 2 Spielabschnitte mit 3 Minuten reiner Spielzeit, wobei die Pause zwischen den beiden Spielabschnitten 2 Minuten beträgt. Ist das Spiel immer noch unentschieden findet ein Strafwurfwerfen statt.

Mannschaften
Jede Mannschaft besteht aus 13 Spielern, wovon sich 7 Spieler im Wasser befinden. Die restlichen 6 Spieler sitzen zusammen mit dem Trainer und max .2 weiteren Betreuern auf der Auswechselbank gegenüber dem Protokolltisch. Die Kappenfarben der Heimmanschaft und der Gastmannschaft müssen unterschiedlich sein; die Torhüter sind verpflichtet eine rote Kappe zu tragen.

30-Sek.-Angriffszeit
Die ballführende Mannschaft muss innerhalb von 30 Sekunden einen Torwurf ausführen. Sollte dies nicht gelingen, wird der gegnerischen Mannschaft ein Freiwurf zugesprochen. Die Angriffszeit wird nach einen Torschuss, einem Torerfolg, einem Eckwurf, einem Torabwurf, einem Schiedsrichterball oder bei der Verhängung eines persönlichen Fehlers zurückgestellt.

Eckwurf
Es gibt einen Eckwurf, wenn der Torwart einen Torwuf in das Toraus abwehrt. Bei der Abwehr durch einen Feldspieler in das Toraus erfolgt Torabwurf. Der Torabwurf kann von jedem Spieler der im Ballbesitz befindlichen Mannschaft innerhalb des 2-m-Raumes ausgeführt werden.

Einfache Fehler
werden mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft geahndet. Diese sind z.B. den Ball unter Wasser zu ziehen, den Gegner unter Wasser zu drücken, den Ball mit der Faust zu spielen, ein Stürmerfoul zu begehen, usw.

Schwere Fehler
führen zu einem Ausschluss oder einem Strafwurf. Dies sind z.B. dem Gegner ins Gesicht zu spritzen, den Gegner festzuhalten, zurückzuziehen, zu treten, zu schlagen, oder eine Bewegung auszuführen, die diese Absicht erkennen läßt, den Schiedsrichter zu beleidigen, sich ungebührlich zu benehmen, usw. (siehe weitere Ausführungen zu Ausschlussfehler und Strafwurffehler).

Ausschlussfehler
Wird ein Spieler nach den Regeln vom Spiel ausgeschlossen, muss er das Spielfeld, nicht das Wasser, verlassen und eine 20 Sekunden-Strafe im sog. Wiedereintrittsraum „absitzen“. Wenn ein Spieler außerhalb des 5-m-Angriffsraums beide Hände zur Abwehr eines Torwurfes benutzt ist dies ein Ausschlussfehler. Der Schiedsrichter zeigt den Ausschluss eines Spielers deutlich mit einer Handbewegung in Richtung des Tores der eigenen Mannschaft an. Allerdings kann diese Ausschlußzeit durch einen Ballbesitzwechsel oder einen Torerfolg verkürzt werden.

Strafwurffehler
Wird ein Spieler innerhalb des 5-m-Angriffsraums so stark behindert, dass dabei ein wahrscheinliches Tor verhindert wird, so wird ein Strafwurf ausgesprochen. Wenn ein Spieler innerhalb des 5-m-Angriffsraums beide Hände zur Abwehr eines Torwurfes benutzt gibt es ebenfalls Strafwurf. Der Strafwurf wird auf der 5-m-Linie ausgeführt und muss unverzüglich nach dem Pfiff des Schiedsrichters erfolgen. Ansonsten gibt es einen Freiwurf für die gegnerische Mannschaft.

Persönliche Fehler
sind Ausschlussfehler und Strafwurffehler. Nach 3 persönlichen Fehlern erfolgt der Ausschluss des Spielers mit Ersatz.

Gelbe 5-m-Linie
Wird einem Spieler hinter dieser gelben Linie ein Freiwurf zugesprochen, so kann er unmittelbar danach direkt auf das Tor werfen. Verzögert er die Ausführung, indem er zunächst den Ball aufnimmt, sich nach einem Mitspieler umschaut und dann erst auf das gegnerische Tor wirft, wird dem Gegner ein Freiwurf zugesprochen. An dieser Linie wird der Strafwurf ausgeführt.

Rote 2-m-Linie
Ein angreifender Spieler darf sich nicht innerhalb des 2-m-Raumes aufhalten, es sei denn, dass er den Ball auf der Hand hat. In diesem Moment wird die 2-m-Linie auf die Ballhöhe in Richtung Tor verschoben. Ein passives Eindringen in den 2-m-Raum wird nicht geahndet.

Auszeiten
Jeder Mannschaft steht das Recht zu, pro Spiel 2 Auszeiten zu nehmen; dies kann allerdings nur geschehen, wenn die Mannschaft in Ballbesitz ist und der Trainer sie mit dem T-Zeichen und dem Ruf „Auszeit“ anfordert. Das Spiel wird nach einer Minute mit einem Freiwurf von der Mittellinie aus wieder fortgesetzt. Die Positionen der Spieler sind hierbei beliebig. Bei Spielen mit einer Verlängerung ist eine dritte Auszeit möglich; diese kann aber nur in der Verlängerung genommen werden.

Bälle
Auszug aus WB § 318 : „Der Ball muss rund sein“, „er muss wasserdicht sein“, „darf nicht mit Fett ... eingerieben sein“, „das Gewicht muss 400-450 g betragen“, „einen Umfang von 0,68 - 0,71 m haben“ und „der Luftdruck muss 90 - 97 kPa betragen“. Alles klar ?

Gelbe und Rote Karten
Diese werden ausschließlich für die Trainer eingesetzt. Kritisiert ein Trainer den Schiedsrichter beleidigend oder nutzt er den Freiraum für das Coaching (eigentlich bis zur 5-m-Linie) zuweit aus, so dass er den Schiedsrichter behindert, wird er mit der gelben Karte verwarnt. Die bedeutet, dass er nur noch nach einem Torgewinn, in der Viertelpause oder während einer Aus-Zeit die Bank verlassen darf, um seine Spieler zu coachen. Beleidigt er den Schiedsrichter weiter oder verlässt er die Bank während des Spieles, kann ihm vom Schiedsrichter die rote Karte gezeigt werden. Daraufhin muss der Trainer den Wettkampfbereich, d.h. den Bereich direkt am Spielfeld verlassen. Nörgelt, kritisiert oder coacht der Trainer weiter, z.B. von der Tribüne aus, hat der Schiedsrichter das Recht ihn aus dem Bad zu weisen. Kommt der Trainer dieser Aufforderung nicht nach kann das Spiel abgebrochen werden. Ein anderer Mannschaftsbegleiter wird sofort mit der roten Karte bestraft, wenn er von der Bank aufsteht. Sollte der Trainer nach dieser Regel ausgeschlossen sein, darf der Mannschaftsbegleiter/Betreuer das Coaching von der Bank aus übernehmen.

Kampfgericht
Das Kampfgericht besteht bei Spielen der Bundesliga aus 2 Schiedsrichtern, 2 Sekretären und 2 Zeitnehmern. Wobei die Schiedsrichter durch die DSV-Schiedsrichterkommission angesetzt werden; der 2. Zeitnehmer kann durch die Gastmannschaft gestellt werden. Sie müssen geprüfte Kampfrichter im Sinne der erlassenen Kampfrichterordnung sein.

Schiedsrichter
Das Spiel wird von 2 gleichberechtigten Schiedsrichtern geleitet.

Torrichter
werden nur bei internationalen Veranstaltungen eingesetzt. Sie zeigen den Schiedsrichtern durch ihre Handbewegungen das Verhalten der Spieler auf ihrer Torlinie und im Wiedereintrittsraum an. Ferner sind sie für die Hereingabe der Bälle verantwortlich, welches auf nationaler Ebene durch die Mannschaft selbst übernommen wird.

Zusammengestellt durch Ulrich Spiegel, Schiedsrichterobmann des Süddeutschen Schwimm-Verbandes

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